Als Gaststudentin in Oxford

Hier habe ich alle Einträge meines ersten Blogs, “Als Visiting Student in Oxford” zusammengetragen.

Fragen zu meinen Erfahrungen als Gast- und DPhil-Studentin in Oxford beantworte ich gerne.

Auf den entsprechenden Seiten der Uni Oxford findet ihr Details zur Bewerbung als Gaststudent und aktuellen Studiengebühren.

Für die Finanzierung empfiehlt es sich zum Beispiel auf den Seiten des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes und zum Auslands-BAföG nachzuschauen.

Viel Erfolg!

[2014-10-14: updated links]

Ich komme wieder 🙂
Freitag, 2008-07-11

Heute habe ich den “Student Contract” in den Briefkasten geworfen. Jetzt steht es fest: Im Oktober komme ich wieder zurück nach Oxford. Diesmal aber nicht als Besucher, sondern richtig als DPhil Student.

Ich weiß, dass ich zuletzt sehr schreibfaul war, aber ich werde versuchen, diesen Blogg wieder zum Leben zu erwecken. Hoffentlich schaffe ich das auch. 🙂

Liebe Grüße, Almut

[Update 2010-11-02: Das hat offensichtlich nicht so ganz geklappt.]

Oxford auf Mayfair!
Freitag, 2007-05-04

Hasbro kreiert eine neue Version des allseits bekannten Monopoly: Mit Städten der UK. Und als Werbegag kann man bis zum 25. Mai online abstimmen, welche Stadt man denn gerne auf dem Spielfeld hätte. Wie immer bieten sich Oxford und Cambridge ein Kopf an Kopf Rennen um den besten Platz bzw. die teuerste Straße Mayfair. Momentan führt Oxford noch mit 34 Stimmen, aber das kann sich schnell ändern. Die “tabs” (warum die Cambridger so genannt werden, versuche ich mal rauszufinden) holen auf.

Also fleißig mitvoten, für Oxford natürlich. 🙂 http://www.monopoly.co.uk/index.aspx

[Update 2010-11-02: Die Abstimmung ist selbstverständlich vorbei. Leider kann ich die UK Edition von Monopoly nicht mehr auf der Monopoly-Webseite finden.]

May Day
Dienstag, 2007-05-01

Oxford ist ja sehr alt. Demnach hat Oxford auch seeeeehr viele Traditionen. Und viele davon sind so alt, dass man sie nur noch damit begründen kann, dass sie eben Tradition sind. Wie zum Beispiel die, dass Studenten am 1. Mai (May Day) frühmorgens, von der Magdalen Bridge (sprich: Modlin Bridsch) ins nur etwa knietiefe Wasser springen und sich dabei höchstwahrscheinlich die Beine brechen. Ist halt Tradition. Nur “leider” wird das seit zwei Jahren dadurch verhindert, dass die Brücke durch eine Reihe von Polizisten gesperrt ist. Es gab also heute früh nur halbherzige Versuche. Aber das ist ja auch noch nicht die ganze May Morning Tradition.

Sie beginnt damit, dass man sich beim ersten Weckerklingeln um 4:45 Uhr denkt: “Warum tue ich das eigentlich?” Diese Frage wird einen auch noch ein paar Stunden begleiten. Zusammen mit Freunden aus dem eigenen College macht man sich um 5 Uhr bei klirrender Kälte auf den Weg zum Magdalen College. Man möchte ja einen guten Platz, wenn der Magdalen College Chor um 6 Uhr vom Magdalen Tower singt. Warum? Es ist halt Tradition. Das muss man doch einmal mitgemacht haben. Wenn sie fertig sind, beginnt eigentlich das Springen … aber das ging ja diesmal nicht. Man holt sich also nur noch einen G&D’s-Luftballon (G&D’s Ice Cream Cafe) oder Kaffee und trottet nach St John’s zurück.

Kurz aufwärmen und wieder zurück nach draußen. Nur diesmal nicht ganz so weit. Um 7 Uhr singt nämlich der St John’s College Chor vom Turm in Front Quad. … Oder auch vom Boden vor dem Turm, weil so viele nicht rauf dürfen. Wären aber eh nur drei Stockwerke gewesen. Und so sieht man die Sänger doch auch viel besser. Und danach, 7:30 Uhr endlich Frühstück! Mit Champagner und – je nach Geschmack – entweder Toast oder englischen Würstchen, Rührei und, und, und …

Und weil ich jetzt gut gesättigt bin und nicht (wie es eigentlich Tradition ist) die Nacht durchgemacht habe, werde ich jetzt ganz nach Oxford-Manier … genau: Arbeiten. Hier hat man am “Tag der Arbeit” nämlich nicht frei.

Viel Spaß noch allerseits und einen schönen ersten Mai!

The other place
Samstag, 2007-04-21

Ich hab heute Post bekommen. Das allein ist ja schon sehr schön, aber diesmal war der Umschlag (klicke hier) das Beste. Ein paar Adressen wurden verwurschtelt und so ging das erst an “den anderen Ort” (Cambridge). Da gibt es nämlich auch ein St John’s College (und ich kenne da sogar jemanden). Aber weil die Cambridger ja eigentlich auch aus Oxford kommen, kennen sie sich hier aus und sind sogar so freundlich das weiterzuleiten. 🙂

Der Clou ist aber einfach die Aussage “Try Oxford.” Und das aus Cambridge! Aber wo sie Recht haben, haben sie Recht. 😀

P.S.: Mittlerweile ist hier übrigens sogar schon Sommer. 🙂

[Update 2010-11-02: Veralteten Link entfernt.]

Winter
Donnerstag, 2007-02-08

Es schneit! So richtig. Klar ist das hier nicht so viel wie zu Hause. Aber heute früh lag eine geschlossene Schneedecke und es hat eben erst aufgehört zu schneien. Die Briten flippen total aus – wegen dem bisschen Schnee. Roshni (aus Singapur) natürlich erst recht. 🙂 Die Flughäfen sind mehr oder minder tot. Zum Teil fallen Vorlesungen aus, weil die Vorlesenden aus London nicht bis hierher durchkommen.

Es hat hier zwar schon einmal vor etwa zwei Wochen geschneit, aber das waren nur ein paar Flocken, die bis Mittag schon fast wieder getaut waren. Diesmal ist es richtiger Schnee. Ausreichend für eine ausgiebige Schneeballschlacht während des Feueralarms im Thommy-White-Gebäude. 🙂

Beweisfotos: hier

[Update 2010-11-02: Veralteten Link entfernt.]

Squirrels
Donnerstag, 2007-02-01

Hier also – wie versprochen – ein paar Fotos vom Frühling in Oxford: Frühlingsblumen. Die Herbstbilder sind übrigens auch neu.

Leider hat sich das niedliche Squirrel (englisch: Eichhörnchen – ein tolles Wort), das ich plötzlich nur zwei Meter entfernt unter einem Busch endeckt habe, beim Geräusch des Fotoapparats verzogen. Ich hatte ihn gerade erst ausgeschaltet. 🙁 Zum Glück waren andere erfolgreicher als ich, deshalb präsentiere ich hier ein Squirrel, wie es in Oxford zuhauf rumläuft: Squirrel Greenwich (Wikipedia).

Ja, es stimmt, die sind ja gar nicht rot. Die grauen Squirrels kommen ursprünglich aus Amerika und haben die einheimischen roten Squirrels in Großbritannien stark dezimiert. Sie werden deshalb von vielen Briten auch als “little bastards” angesehen. Wer mehr darüber erfahren will: Eastern Gray Squirrel (Wikipedia, englisch). Aber süß sind sie trotzdem.

Und ob Squirrel fishing auch hier funktioniert, werde ich wohl mal im Sommer ausprobieren … Squirrel fishing (Wikipedia, englisch).

[Update 2010-11-02: Veraltete Links entfernt.]

Frühling in Oxford
Mittwoch, 2007-01-31

Ich bin hin und weg. Das ist einfach unglaublich. Und dabei haben wir immer noch Januar. Ich meine: Januar! Winter!

Ganze Teppiche von lila Krokussen oder Schneeglöckchen. Und dann noch bei Sonnenschein. Morgen mache ich ganz viele Fotos davon und stelle dann auch mal wieder welche online. Ich war ja etwas nachlässig, gebe ich zu. Heute muss ich mich aber erst mal um meine Hausaufgaben kümmern und außerdem wird es hier ja bald wieder dunkel.

Aber diese Blumen … Das ist fantastisch. Oxford ist wirklich schön und pompös und traditionell und …

Leider kommt das alles nur bei blauem Himmel und Sonne so richtig zur Geltung. Jetzt will ich doch nicht mehr so schnell weg.

Sonne!
Sonntag, 2007-01-14

Seit Montag bin ich wieder in Oxford. Heute scheint zum ersten mal wieder richtig die Sonne. Hoffentlich bleibt das so, wenn ich meine ersten Hausaufgaben machen muss, damit ich auch richtig motiviert und produktiv sein kann.

Morgen geht es wieder richtig los mit Vorlesungen. Da es hier Trimester gibt, muss ich mir schon wieder einen neuen Stundenplan zusammenbasteln. Und wieder stört mich die Tatsache, dass hier nur für drei oder vier verschiedene Fächer Zeit ist, da einfach viel mehr Arbeit in der “Freizeit” erwartet wird und auch nötig ist, um die Themen richtig zu verstehen. In insgesamt 16 ca. 50-minütigen Vorlesungen für ein Fach lässt sich einfach nicht so viel Information unterbringen, wie in 30 mal 90 Minuten.

Man findet aber trotzdem immer Zeit, um mit Freunden Spaß zu haben und sich z. B. bis spät in der Nacht zu unterhalten. O:-)

Studiengebühren
Montag, 2006-11-13

So, jetzt mal zum Finanziellen: Wer sich, wie ich, auf eigene Faust in Oxford als Gaststudent bewerben will, sollte auf eine gepfefferte Rechnung gefasst sein. Deutsche Studiengebühren sind nichts dagegen, ohne diese damit rechtferigen zu wollen. Zwar lässt sich ein Teil mit Bafög oder Stipendium bezahlen, aber man sollte schon ein Polster auf dem Konto haben. Also rechtzeitig mit dem Sparen anfangen.

Als ich mein erstes Battel (Rechnung pro Trimester) bekommen habe, war ich erst mal geschockt, dass ich (innerhalb wenniger Tage) die Studiengebühren für das ganze Jahr bezahlen sollte. Ich hatte erwartet, dass ich jeweils zu Beginn eines Trimesters ein Drittel bezahlen müsste. Da musste dann erst mal das Geld vom Sparkonto auf ein Girokonto zusammengesammelt werden. Es lebe das Internetbanking.

2. Problem: Da die Briten in manchen Dingen noch sehr “traditionell” sind, sind auch Schecks völlig normal und es wird davon ausgegangen, dass man ein britisches Konto hat und Schecks ausstellen kann. Meine sämtlichen Versuche bei verschiedenen deutschen Banken Scheckvordrucke in GBP zu bekommen, sind alle gescheitert. Man kann angeblich Order-Schecks mit bereits aufgedrucktem Betrag bekommen. Dazu sollte man aber rechtzeitig vorher den Gesamtbetrag der Rechnung vom College erfragen, da es mehrere Wochen dauern kann, bis man diese erhält. Alternativvorschlag: Ein britisches Konto in Oxford eröffnen. Die waren auch alle ganz nett, aber “Sie sind ja nur 8 Monate hier. Um ein Konto bei uns eröffnen zu können, müssen Sie aber mindestens 9 Monate hier bleiben.” Nur Lloyds ist da weniger restriktiv, die haben aber dafür unheimlich lange Schlangen. Letztlich habe ich das Dilemma dadurch gelöst, dass ich mir vom College eine Bankverbindung für eine überweisung hab geben lassen. Es lebe das Internetbanking, welches einem sogar erlaubt, in der Landeswährung des Ziellandes zu überweisen.

Nach vier Wochen Vorlesungen fand ich dann plötzlich einen Brief in meinem “pidgeonhole” (in etwa Briefkasten), mit dem Hinweis, ich habe angeblich meine Studiengebühren noch nicht bezahlt und möge mich doch bitte melden, falls ich das doch schon getan hätte oder es einen Grund dafür gebe. An einem Samstag. Ist das nicht nett? Also habe ich mir meien Belege, die ja an meine Adresse in Deutschland geschickt wurden, einscannen und per Mail schicken lassen, hier ausgedruckt und am Montag morgen gleich vorgelegt. Da habe ich dann auch gleich noch ein paar internationale Studenten getroffen, die alle überwiesen hatten und den gleichen Brief erhalten hatten. Das College war wohl etwas zu gemütlich um die Kontoauszüge abzuprüfen … Die Aussage, “wenn Sie nichts mehr von uns hören, ist alles in Ordnung”, beruhigt mich jetzt nicht mehr so ganz. Ich hoffe doch sehr, dass ich im nächsten Trimester wiederkommen darf. 🙂

P.S. An den Geldautomaten der Barclays Bank kann ich übrigens gebührenfrei Geld von meinem Girokonto der Deutschen Bank abheben. ähnliche Abkommen gibt es sicher auch zwischen anderen Banken.

KEIN INTERNET!
Montag, 2006-11-13

Den folgenden Text hab ich gestern (2006-11-12) Vormittag geschrieben. Zwar habe ich seit gestern Nachmittag schon wieder Netz, hatte ihn aber im Freudentaumel wieder vergessen. Vorenthalten will ich ihn euch trotzdem nicht. Wenn ich schon mal was schreibe …

Ich hab kein Internet mehr! Das ist so grausam. Völlig abgeschnitten von der Welt … keine E-Mails, kein ICQ, kein Skype, kein Blogg, kein Wikipedia, kein deutsches Radio … kein gar nichts! 🙁

Es scheint fast das ganze College tot zu sein. Seltsamerweise haben im Computerraum noch zwei von acht Computern eine Internet-Verbindung. Um mal kurz auf neue E-Mails zu pr&uunl;fen reicht das. Aber sonst?

Fotoooos
Freitag, 2006-10-20

Fotos von Oxford können hier bewundert werden: [Update 2010-11-02: Veralteten Link entfernt.]

Hatschi!
Mittwoch, 2006-10-18

Eigentlich hatte ich schon gehofft, ihm zu entkommen, aber er hat mich doch noch erwischt. Der Fresher’s Flu oder auch Frischlings-Schnupfen.

Alle neuen Studenten bringen ihre Lieblingsbazillen aus ihrer Heimatstadt mit, schmeißen sie in einen Topf und danach sucht sich jeder daraus etwas Neues aus. So leiden dann wenigstens alle gemeinsam und husten um die Wette.

Man sollte sich also schnellstmöglich eine gute Taschentuch-Quelle suchen.

Hallo allerseits!
Samstag, 2006-09-02

Das ist er also: Mein erster Blogg. Was habe ich mir da nur vorgenommen?

Bei mir hat noch keine Brieffreundschaft gehalten. Und in mein Tagebuch schreibe ich auch nur aller Jubelmonate. Vielleicht werden das hier ja nur 5 Einträge. Aber ich werde mir auf jeden Fall Mühe geben.

Also: Worum geht es hier überhaupt?

Das St. John’s College der University of Oxford war so zuvorkommend, mich für ein Jahr als Gaststudent aufzunehmen. (Die Rechnung für die Studiengebühren kommt noch.) Am 1. Oktober 2006 geht es los. Den Flug habe ich schon gebucht.

Dem geneigten Leser werde ich also in den nächsten Monaten mitteilen, wie die Planung verläuft, was mir bei den Briten widerfährt und wie es hinterher mit meinen (hoffentlich vielen) neuen Freunden weitergeht.

Ich bin gespannt.

One thought on “Als Gaststudentin in Oxford

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